Richtiges Verhalten bei Nachtkontrollen

Was machst du, wenn nachts plötzlich Blaulicht hinter dir angeht? Hier geht es um klare, ruhige Schritte – ohne Panik, ohne Flucht-Verdacht und ohne Stress mit der Polizei.

1. Erste Sekunden: Ruhe reinbringen

  • keine hektischen Manöver, nicht ruckartig bremsen oder ausweichen,
  • Kontrolle über das Fahrzeug behalten, Fahrt langsam reduzieren,
  • Warnblinker einschalten, wenn es unübersichtlich oder dunkel ist.

Dein Ziel: erkennbar kooperativ, aber nicht gefährlich abrupt reagieren. So sehen die Beamt:innen sofort, dass du mitspielst – nicht flüchtest.

2. Anhalten: Ort, Position und Fahrzeug

  • bevorzugt beleuchtete Stellen (Ortseinfahrt, Parkplatz, Tankstelle),
  • nicht mitten in unübersichtlichen Kurven oder auf schmalen Kuppen stehen bleiben,
  • Fahrzeug so abstellen, dass du nicht halb in der Fahrbahn hängst.

Nach dem Anhalten: Motor aus, Zündung aus, Innenbeleuchtung bei Bedarf einschalten. So sehen die Beamt:innen dich und deine Bewegungen besser.

3. Hände & Körperhaltung: sichtbar und entspannt

  • Hände gut sichtbar am Lenkrad lassen,
  • Fenster auf Fahrerseite einen Spalt öffnen,
  • keine hektischen Bewegungen Richtung Mittelkonsole, Handschuhfach oder Taschen.

Wenn du etwas holen willst (Papiere, Ausweis), sag es vorher klar an, zum Beispiel: „Ich hole jetzt meinen Führerschein aus der Jackentasche, ok?“

4. Kommunikation: freundlich, aber nicht unterwürfig

  • freundliche Begrüßung („Guten Abend“ reicht),
  • kurze, sachliche Antworten auf Fragen,
  • keine Diskussionen über den Sinn der Kontrolle mitten auf der Straße.

Wenn du etwas nicht verstanden hast, frag nach. Und du darfst ruhig fragen, warum du angehalten wurdest. Zum Beispiel: „Können Sie mir kurz sagen, warum ich angehalten wurde?“

5. Was du fragen darfst – ohne Ärger zu provozieren

  • „Gibt es einen konkreten Anlass für die Kontrolle?“
  • „Bin ich verdächtig oder ist das eine normale Verkehrskontrolle?“
  • „Bin ich nach der Kontrolle wieder frei zu fahren?“

Bleib ruhig, mach keine Vorwürfe – du willst Informationen, keinen Streit.

6. Verhalten bei Zivilpolizei in der Nacht

  • um Dienstausweis bitten und ihn in Ruhe ansehen dürfen,
  • Fenster nur einen Spalt geöffnet lassen, Hände sichtbar, Motor aus,
  • bei ernsthaften Zweifeln über 110 anrufen und Situation schildern.

Wichtig: nicht aus Panik wegfahren oder körperlich wehren. Klären statt eskalieren.

7. Alkohol-, Drogen- und Schnelltests

  • Du darfst Tests ablehnen – das kann aber weitere Maßnahmen nach sich ziehen,
  • die Polizei kann bei Verdacht einen richterlichen Beschluss für eine Blutentnahme holen,
  • ruhiges Verhalten und klare Kommunikation helfen dir mehr als spontane Diskussionen.

Wenn du unsicher bist, kannst du dir merken: Je ruhiger und nachvollziehbarer du bist, desto geringer die Chance auf Missverständnisse.

8. Wann ist die Kontrolle für dich zu Ende?

  • Wenn alle Fragen geklärt sind, Papiere zurückgegeben werden und du die Info bekommst, dass du weiterfahren kannst – ist die Sache vorbei.
  • Wenn man dir sagt, du sollst noch warten (z. B. Abfrage läuft, Streife wartet) – ist die Kontrolle noch nicht abgeschlossen.

Du kannst höflich fragen: „Bin ich jetzt frei zu fahren oder braucht es noch etwas?“